Ein facettenreicher Handwerksberuf

Der Beruf des Schreiners wurde in der Mittelschule vorgestellt

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Reisbach. (mb) Zwischenzeitlich stimmt die Aussage wieder, dass Handwerk einen „goldenen Boden“ hat. Allerdings ist auch mittlerweile kein Geheimnis, dass dem Mittelstand Fachkräfte fehlen. Mit zu den vielfältigsten Berufen in diesem Bereich gehört der des Schreiners.

Nachdem die Achtklässler mitten in der Entscheidung für ihre berufliche Laufbahn stecken, wurden sie über diesen Zweig umfangreich informiert. Dazu begrüßte Rektorin der Maximus-von-Imhof-Mittelschule Martina Huber gemeinsam mit Klassenlehrerin Eva Stich am Montag den Leiter der Außenstelle der Hans-Glas-Schule in Landau Gert Aufschläger und Schreinermeister Joseph Süß von der Schreinerei Vilstaler in Obermünchsdorf. Ebenfalls mit vor Ort war Berufseinstiegsbegleiter Fritz Hein, nachdem auch mehrere Schüler aus der Berufseinstiegsbegleitung an der Informationsveranstaltung teil nahmen.

Die beiden Fachmänner betonten, dass der Schreiner längst nicht mehr mit dem „Schreinermeister Eder“ verglichen werden kann. Allein das Berufsgrundschuljahr umfasst ein äußerst intensives Angebot. Auch, wenn ein Lehrvertrag sinnvoll ist, so kann dieses BGJ ohne diesen absolviert werden. An dessen Ende sind die Absolventen im Betrieb bereits in verschiedenen Bereichen einsetzbar.

Die Achtklässler bekamen einen Überblick über die vielfältigen Aufstiegsmöglichkeiten bis zum Meister, Techniker und über den entsprechenden Bildungsabschluss sei auch der Besuch der BOS möglich, anschießend mit Studium. Grundausbildung, Meister-, Techniker oder Hochschule stehen offen. Der Schreinerberuf sei bestimmt nicht „verstaubt,“ sondern hochtechnisiert. Fast jede Maschine werde heute computergesteuert. Der Berufsschullehrer zeigte, wie ausgebildet wird. So bekommen die Schülerinnen und Schüler sehr viel praktischen Unterricht. Sie haben das erste Lehrjahr hinter sich und können schon mit einfachen Arbeiten im Betrieb betraut werden. Auch an einigen Maschinen wurden sie bis dahin ausgebildet. Der Werkstoff werde von der Küche bis zum Messestand verwendet.

Joseph Süß erzählte aus seinem Unternehmen. Viele Maschinen kommen zum Einsatz. Technische Hilfsmittel erleichtern die Arbeit, seien aber in der Bedienung anspruchsvoll. Jeder Auftrag unterscheide sich und in der Schreinerei Vilstaler mache jeder alles bis zur Montage. Abwechslung sei somit selbstverständlich. Heute spezialisierten sich die allermeisten Betriebe, wie etwa Familie Süß auf den Fensterbau. So stelle der Glasbau eine Schwerpunkt darr. Vieles komme zum Tragen, was im ersten Moment gar nicht mit dem Beruf des Schreiners in Verbindung gebracht werde: Metallbau, Glaser, Rollladenbauer, Zimmerer. Wer sich beispielsweise auf Küchen spezialisierte, müsse den Bereich Wasser und Sanitär beherrschen, nachdem oftmals gewerkeübergreifend gearbeitet werde.

Schreiner sei auch deshalb ein schöner Beruf, weil man drinnen und draußen arbeite und am Ende des Tages sehe, was man leistete. Es gebe keine Schichtarbeit, man habe Kontakt mit den Kunden, Kreativität sei gefragt. Man bewege sich. Langweile komme also keine auf, denn es gebe immer wieder neue Projekte. So gleiche auch bei ihnen kein Wintergarten dem anderen. Jeder habe andere Vorgehensweisen, um zum Ziel zu gelangen. Und, ein Handwerker könne sich auch privat in vielen Lebenslaben helfen. Fotos und Anschauungsmaterial sowie ein Film über die Berufsschule vermittelten weitere Eindrücke.

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Zwei Experten waren an der Mittelschule zu Gast.