Drei Säulen als Schwerpunkte

Martina Huber neue Schulleiterin der Maximus-von-Imhof-Mittelschule

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Reisbach. (mb) Sie kennt die Maximus-von-Imhof-Mittelschule wie die eigene Westentasche, „ihre“ Schule, in der Martina Huber seit 2001 Kinder unterrichtet und sie ins Erwachsenen- und Berufsleben begleitet. Nun tritt sie jedoch in Sachen Unterricht kürzer und muss auch die Klassenleitung abgeben, nachdem ganz neue Aufgaben auf sie warten. Denn künftig ist das „Reisbacher Gewächs“ Schulleiterin und als solche vor einem umfangreichen neuen Aufgabengebiet, das sie fordern wird. Nachdem fest stand, dass der bisherige Rektor Helmut Schauer in Ruhestand geht, blieb Martina Huber seit Februar Zeit, sich auch mental auf das neue Betätigungsfeld einzustellen.

 Die Reisbacherin ließ ihren Berufswunsch Realität werden, auch, wenn sie sich erst nach dem Abitur zum Lehramtsstudium für Hauptschule entschloss, war es die richtige Entscheidung. Denn, nicht die reine Stoffvermittlung ist ihr Ansinnen, sondern das Erziehen und Begleiten, was gerade im Rahmen des Klassenlehrerprinzipes gut möglich ist. Schnell stellte sie in der Praxis fest: „Das wollte ich, das gefällt mir“, woran sich bis heute nichts änderte. Die beiden Jahre als Lehramtsanwärterin führten sie an die Volksschulen Gerzen und Niederaichbach. Die ersten Erfahrungen als Lehrerin sammelt sie fünf Jahre in Bodenkirchen. Vor 16 Jahren konnte sie dann an der hiesigen Hauptschule beginnen, worüber sich auch der damalige Rektor Hans Graßl freute und war seither für die Jahrgangsstufen sieben bis neun als Klassenlehrerin verantwortlich. Sie selbst sieht es als Vorteil, im eigenen Wohnort zu unterrichten, da sie so manche Schüler persönlich kennt und so individueller auf sie eingehen kann.


Wer mit der engagierten Lehrerin im Gespräch ist, merkt schnell, dass Martina Huber immer für die Schüler ist, weshalb sie im Lauf der Jahre weit mehr als „nur“ Unterricht ableistete, sondern so manche Aktivitäten mittrug und auch selbst allerhand Neuerungen auf den Weg brachte, um die junge Generation zu unterstützen, zu motivieren und dafür zu sorgen, dass Schule deutlich mehr sein kann, als nur „Stoffvermittlung“ mit dem Ziel, dass die jungen Erwachsene am Leben konstruktiv teilnehmen können. Die Umsetzung dieser Vorgabe geschah auf unterschiedlichsten Wegen und wird sie auch in ihrer neuen Aufgabe begleiten.


Ganz unvorbereitet trifft sie der neue Verantwortlichkeitsbereich jedoch nicht, denn die Lehrerin war in der Schulentwicklung und Unterstützung der Schulleitung bereits in den letzten Jahren aktiv. So lenkte sie u.a. ein Augenmerk auf die vertiefte Berufsorientierung, wohl anerkennend, dass man von der örtlichen Geschäfts- und Betriebswelt sehr tatkräftig unterstützt wird. Nach der Mediatorenausbildung übernahm sie bereits vor Jahren die Streitschlichtergruppe kurz nach deren Einführung. Martina Huber brachte federführend den Schüleraustausch, sei es mit Polen oder dem Saarland voran, damit die Kinder offen werden für andere Kulturen. Die Tätigkeit als Evaluatorin wird sie beibehalten. Das bedeutet, dass sie mit einem Team immer wieder für einige Tage andere Schulen besucht, um deren Struktur kennen zu lernen und den Verantwortlichen wertvolle Rückmeldung gibt. Zugleich zieht auch Martina Huber ihren Nutzen daraus, da sie viele neue Einblicke und Ideen gewinnt, die sie an „ihrer“ Schule einbringen kann. 


Neueste Herausforderung sind jene Kinder, die Deutsch als Fremdsprache haben. Das sind neben den Asylbewerbern etwa aus Syrien und Afghanistan auch Migrantenkinder aus Rumänien oder Bulgarien. Im vergangenen Schuljahr waren es 14 Kinder, verteilt auf alle Jahrgangsstufen. Nachdem sie sich an der Regierung dem Kurzlehrgang „Deutsch als zweite Sprache“ unterzog, begann sie jeweils vier Wochenstunden Deutsch zu unterrichten. Auch in diesem Jahr werden ca. zwölf Nationen an der Schule vertreten sein.
Die neue Schulleiterin ist nun die „Chefin“ eines 16-köpfigen Kollegium - darunter zwei neue Lehrer - , das für knapp 190 Kinder verantwortlich sein wird. Dabei werden heuer zehn Klassen und somit eine mehr als 2016/17 unterrichtet.


Wenn es nach ihren Wünschen geht, so möchte sie auch als Schulleiterin den eingeschlagenen Weg mit den drei Schwerpunkten weiter gehen. Dazu zählt die vertiefte Berufsorientierung, damit jeder seinen individuellen Weg finden kann. Auch möchte sie nicht nur das kognitive Wissen in den Vordergrund stellen, sondern soziale Werte vermitteln. Zudem begann man bereits mit einer verstärkten individuellen Förderung sowohl der stärkeren wie der schwächeren Schüler. Besonders erfreulich ist in dem Zusammenhang die Tatsache, dass man ab heuer auf eine Förderlehrerin und eine Sozialpädagogin zurückgreifen kann. Diese drei Säulen stellte sie als Leitgedanken für die Maximus-von-Imhof-Mittelschule auf. Zusätzlich möchte sie gerne die Präsenz der Schule nach außen ausbauen und im Gemeindeleben aktiv sein, indem man sich bei verschiedenen Veranstaltungen einbringt, ist es ihr doch wichtig, die Schule im Ort und in der Region zu verankern. Letztlich muss natürlich alles mit dem Lehrerkollegium sondiert werden. Dabei weiß sie auch um die tatkräftige Unterstützung der erfahrenen Konrektorin Jutta Schätz.


Ansonsten gibt es natürlich jede Menge organisatorische Arbeit. Um am ersten Schultag fit zu sein, fielen deshalb die Sommerferien recht kurz aus. Vorbereiten, ordnen, Abläufe kennen lernen und strukturieren... Zusätzlich gab es auch eine bauliche Veränderung, nachdem die offene Ganztagsschule aus dem bisherigen Aufenthaltsraum auszog und dafür im hinteren Gebäudeteil zwei ehemalige Klassenzimmer bezog. Alles in allem überwiegt natürlich die Freude auf die neuen Aufgaben und nachdem sie, wie bereits erwähnt, so eng mit der Mittelschule Reisbach verbunden ist, kommt der neuen Leiterin zugute, dass sie kein völliges Neuland betritt. Zudem „rannte“ sie bisher bei allen Bitten „offene Türen ein“. 

Martina Huber

Martina Huber nutzte die Ferien, um sich vorzubereiten.