„Gewaltprävention“ als Unterrichtsfach

Unterschiedliche Sichtweisen auf dem Stundenplan der Mittelschule

Reisbach. (mb) Gewaltprävention in einer etwas anderen Unterrichtsform steht derzeit auf dem Stundenplan der fünften bis achten Klassen der Maximus-von-Imhof-Mittelschule. Auf Vermittlung der Sozialpädagogin an der Schule Monique Vogl kam beziehungsweise kommt dazu Kerstin Dietzinger in die Klassen.

 

Sie ist Präventionsfachkraft am Landratsamt Dingolfing-Landau und setzte sich mit den Schülerinnen und Schülern mit dem Thema Gewalt aus unterschiedlichen Sichtweisen auseinander. Im Stuhlkreis oder bei kleinen Übungen wurden die Kinder dafür sensibel gemacht, dass sie nicht nur auf körperlicher, sondern auch auf seelischer Ebene stattindet und somit viele Facetten aufweisen kann. Dazu errichtete die Referentin einen Strahl durch den Raum. An einem Ende stand die „Gewalt“, am andern „keine Gewalt.“ Nun konnten sich die Schüler anhand verschiedener Beispiele selbst positionieren, wie sie unterschiedliche Situationen wahrnehmen und empfinden. Während sie sich bei körperlicher Gewalt relativ einig waren, ging das Gefühl bei Beleidigung oder Schimpfen weiter auseinander. Manche stuften etwa die Kritik der Eltern bei schlechten Noten als relativ hoch ein. Vieles wurde ganz differenziert wahrgenommen.

Speziell das Thema Cybermobbing wurde etwas näher betrachtet, etwa, welche Auswirkungen es haben kann, wenn jemand aus der Gruppe ausgeschlossen wird. Bei Übungen zu Tätern und Opfern schlüpfte jeder in die verschiedene Rollen, um heraus zu finden, wie man sich fühlt, wenn man über eine Person Macht hat oder wenn man in die Opferrolle gedrängt wird. Wird in das private Feld eingedrungen und jemand bedroht, erweckt das negative Gefühle. Wenn sich die Opfer auch körperlich kleiner machen, wird diese Wahrnehmung noch verstärkt. An anschaulichen Beispielen erfuhren die Schülerinnen und Schüler, wie sie schon im Vorfeld manche Situation entschärfen können, um nicht in die Opferrolle zu geraten. Dazu gehört, sich körperlich groß zu machen und sicher da zu stehen, mit Gesten den anderen abzuwehren, sich mit einem lauten „Stopp“ oder auch mit Hilfe-Rufen zu wehren. Erörtert wurde auch, wie man sich mit bestimmten Handgriffen verteidigen kann. Hierzu bietet die Polizei gute Selbstverteidigungskurse an. Auch macht es Sinn, um Hilfe zu fragen.

Generell ist der beste Weg, derlei Situationen zu meiden. Etwa, nicht im Dunkeln zu gehen, sondern beleuchtete Straßen zu nehmen und vielleicht während dessen zu telefonieren. Kerstin Dietzinger stellte auch den guten Kontakt mit der Schule heraus. Ihr persönlich bieten derlei Unterrichtsbesuche Gelegenheit, direkt an der Basis zu arbeiten. So kann sie erfahren, wie die Jugendlichen reagieren und arbeitet nicht an der Realität vorbei.

 

Grossansicht in neuem Fenster: „Gewaltprävention“ als Unterrichtsfach

 

Schüler schlüpften in die Rollen von Tätern und Opfern.