Abschluss und Neuanfang zugleich

34 Schüler halten ihren Mittelschulabschluss in Händen - ein Meilenstein im Leben.

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Reisbach. (ez) Mit „Hard Rock Blues“ eröffnete die Maximus-von-Imhof-Mittelschule die Zeugnisverleihung der diesjährigen neunten Klassen in der Schulaula. Schon vorab war man in der Pfarrkirche St. Michael zusammengekommen, wo man zusammen mit Pfarrer Marius Frantescu den Gottesdienst feierte. Dieser stand unter dem Motto „Mit Mut und Segen in die Zukunft“ und wurde von Musiklehrerin Christiane Aigner und den Lehrerinnen Patricia Wittenzellner und Andrea Jonek organisiert. Einen Koffer voller Erinnerungen hatte man gepackt. „Gottes guter Segen sei mit Euch“ wurde nicht nur musikalisch erbeten, sondern auch vom Geistlichen selber.


„Das letzte Mal in der Aula – die Schulzeit ist vorbei“, begann Rektorin Martina Huber. Die neunte Klasse mit Höhen und Tiefen, den Quali-Prüfungen, die Abschlussfahrt und der Tanzkurs – alles wurde gut gestemmt. Nun habe man es sich verdient, gemeinsam zu feiern. Es war ein spannender Jahrgang, führte sie aus. Doch sie alle hatten Klassenlehrer zur Seite, die mit viel Geduld unterstützt, gefördert und gefordert haben. Man verabschiedete an diesem Abend 34 Schüler, die alle den Mittelschulabschluss erreicht haben. So mancher musste sich die Noten hart erkämpfen und erarbeiten. Und so wünschte Martina Huber im Namen der gesamten Schulfamilie alles Gute für die Zukunft und auch Durchhaltevermögen, wenn es mal anstrengend wird. „Vertraut auf Euch und Eure Fähigkeiten. Seid kritisch, glaubt nicht alles, bleibt offen für Eure Mitmenschen und bittet auch um Rat“, gab sie mit auf den Weg.


MS_2025_Abschluss_02Kilian Huber sorgte mit „Böhmerwald“ oder „Wos geht des uns o?“ für musikalische Beiträge. Außerdem spielte Maxi Guggenberger „American Petrol“ oder „School Spirit“ und zusammen mit Tobias Heß, Christiane Aigner und Philipp Britsche den „Banana Boat Song“. Bürgermeister Rolf-Peter Holzleitner sprach stellvertretend auch für seinen Kollegen Herbert Sporrer. Holzleitner war auch Schüler dieser Schule. Von einer guten Basis für das weitere Leben sprach er und von vielen Entwicklungsmöglichkeiten. „Ihr lasst Euch jetzt auf das Leben ein“, führte er aus. Man lerne nie aus, wie er aus eigener Erfahrung weiß. Von Freundschaften erzählte er, die sich hier entwickelt haben und teils sicher das ganze Leben begleiten. Doch sie dürfen auch auf neue Bekanntschaften und Freude zählen. „Ihr habt die besten Möglichkeiten“, gab er mit auf den Weg und bat darum, die Chancen zu nutzen und auf die Wurzeln nicht zu vergessen.


Die Klassenlehrerin der 9a – Andrea Jonek – sprach von einem wichtigen Abschnitt im Leben, der nun hinter den Schülern liegt. Jeder habe einen Plan, wie es weitergehe, ob Ausbildung oder ein weiterer Schulbesuch. Es war die erste Klasse, die sie in Reisbach betreuen durfte. Sie erinnerte an den Sitzstreik beim Wandertag und andere Insider. Besuche bei Handwerksbetrieben, die Schullandheimfahrt oder sportliche Veranstaltungen – es gab viel zu erzählen.

 

 

Dann ging es schnell

Die Schüler brachten sich als Lesepaten in der Grundschule mit großer Verantwortung ein und auch im Kreisseniorenheim haben sie wertvolle „Arbeit“ geleistet und Freude bereitet. „Dann ging es schnell“, erzählt sie zum letzten Schuljahr. Trotz mehrwerdendem Stress blieb der Humor nicht auf der Strecke. Vom Baumdiagramm mit viel Farbe und weniger Mathematik berichtete sie oder vom „Langzeit-Gärungsversuch“ im Klassenzimmer. Am Ende durfte sie allen gratulieren und die besten Wünsche mit auf den Weg geben.


Alois Salzberger, der Klassenlehrer der 9b, erzählte von drei Jahren, die zusammenschweißen und ließ sie Revue passieren. Er erzählte von Betriebserkundungen, von Ausflugsfahrten und Praktika sowie der Abschlussfahrt. Aus dem Unterricht plauderte er, dass der Fachbegriff für Mehrzahl nicht Multiplikation ist, dass man Liter sogar in Meter umgerechnet hatte und dass gerade der Zahlenraum zwischen eins und fünf durchaus Fehlerquoten bereithält. Mit einem Schmunzeln ging er auch darauf ein, dass das Ziel des technischen Zeichnens nicht die optische Täuschung ist.

 

Schüler im Spintfach

So manches hat in dieser Zeit bewegt, zum Beispiel, dass Wasser immer gleich nass ist, sogar im Hallenbad. Der ewige Streit, ob Fenster auf oder zu, war sehr präsent. Feststellen durfte man, dass manche auch noch in der neunten Klasse in ein Spintfach passen. Hinterfragt hat er die Anziehungskraft der Schultoiletten und ob man wirklich alles hinschreiben müsse. Die Qualivorbereitung begann schon im Januar, was nicht jeder wahrhaben wollte, ist doch der Quali erst im Juni. Doch am Ende hat man die Kurve bekommen. Engagement und Teamgeist hob er hervor, so wie den Humor, der präsent war. Für die Zukunft wünscht er, dass die Talente genutzt werden und man sich auch Ratschläge zu Herzen nimmt. Und auch, dass man sich in zehn Jahren bei einem Klassentreffen wieder sieht, wünschte er.


Stellvertretend für den Elternbeirat sprach Vorsitzende Jennifer Berleb von einem Tag zum Innehalten, zum Zurückblicken und Feiern. „Ihr habt es geschafft“, führte sie aus. Ein Meilenstein sei es, der mit Geduld und wohl so manchem elterlichen Stoßgebet geschafft wurde. Aber genau darum gehe es: um die Reise und die Schritte, die man zu gehen hat. Als Eltern habe man begleitet, mit Fahrdiensten, Nervenzusammenbrüchen und nun voller Stolz, dass sie nicht aufgegeben haben. Einen großen Dank richtete die Rednerin an das Lehrerkollegium und weitere Wegbegleiter. „Seid weiter neugierig, seid mutig und vergesst nie: Euer Leben ist Euer eigenes Museum. Ihr entscheidet, was hineinkommt“. Damit wünschte sie alle Gute und dass sie ihren Weg gehen, mal stolpernd, mal tanzend und mal lachend.

 

Ehrung der Jahrgangsbesten

Gleichzeitig durfte sie auch die Ehrung der Qualibesten vornehmen. Jahrgangsbester war Jonathan Ruile mit einem Schnitt von 1,5. Außerdem hatten Markus Gruber, Kamil Boczko, Karina Wonner, Manuel Huber, Julia Ollmann, Lara Oudille und Fabian Blümling eine eins vor dem Komma stehen.


Für die 9a sprachen Amina Khaldi und Ilayda Ersayin von müden Augenlidern, vergessenen Hausaufgaben und der Frage „Kann ich nochmal aufs Klo?“ Man hätte nie gedacht, dass man so vieles aus der Schule vermissen würde. Neun Jahre Schule, neun Jahre voller Arbeit – „Wir sind gemeinsam durch so vieles gegangen“, fassten sie zusammen. Der Abschluss stehe nun gleichzeitig für einen Neuanfang. Man nehme vieles an Erfahrungen und Erlebnissen mit und das Wissen, dass man die Familie immer zur Seite hat. Dank ging von ihnen an die Begleiter und besonders an die Klassenleiterin, die ein großes Vorbild war und stets motivieren im Einsatz war.


Antonia Kovacs und Lara Oudille aus der 9b meinten, wer hätte gedacht, dass der letzte Schultag so schnell kommen wird. „Man denkt ja immer, man hat noch Zeit“, ab heute verändern sich viele Dinge. Kein Warten auf den Pausengong, kein rufender Lehrer und leider auch keine Ausflüge mehr. „Jetzt lassen wir mal die Kirche im Dorf“, hört man öfters. Lustige Momente, stressige Arbeiten – und plötzlich war es ernst, die Prüfungen standen an. Danke sagten sie für die Geduld, den Humor und den Einsatz der Lehrkräfte und allen, die auch im Hintergrund wirkten sowie an ihre Eltern. Sogar von Spaß in Mathe konnten sie erzählen, wer hätte das gedacht. Ein Klassenlehrer, der den Unterschied gemacht hat, und das werde man nicht vergessen. „Jetzt gehen wir ein Stück weit auseinander, doch wir wissen, dass wir die Zukunft mit Mut und Zuversicht angehen können“, fassten sie zusammen.

 

Als Ehrengäste waren vor Ort: Rolf-Peter Holzleitner (Bürgermeister des Marktes Reisbach), Herbert Sporrer (Bürgermeister der Marktgemeinde Simbach), die Vorsitzende des Elternbeirats Jennifer Berleb mit weiteren Elternbeirätinnen, die Vertreter der örtlichen Geldinstitute Daniela Tiefenmoser und Petra Birnkammer, die Rektorinnen der Grundschulen Reisbach und Simbach Birgit Ehrenreich und Andrea Gassner, die Konrektorin Sandra Schütz, den Kollegen im Ruhestand, das Hausmeisterehepaar Angelika und Matthäus Aigner, die Sekretärin Frau Angie Beck, Vorsitzender des Fördervereins Andreas Steinberg sowie alle Kollegen und das Team der Schulfamilie.

 

Im Anschluss ging es in den Schlappinger Hof, wo man den Abschluss gebührend feierte. Der feierliche Einzug war einer der Höhepunkte dieses Abends. Beim Tanzwettbewerb waren letztlich folgende Paare siegreich: 1. Lena Berleb und Nico Eckardt, 2. Asuela Sen und Bartek Kulawik und 3. Ilayda Ersayin und David Schröder.

 

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Die Schüler mit einer "Eins" vor dem Komma wurden ausgezeichnet.

 

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Die Klassenlehrer durften von ihren Schülern einen Dank für ihr Engagement entgegennehmen.

 

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Die Zeugnisübergabe.

 

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Die Abschlussschüler feierten ihren großen Meilenstein.

 

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Die Gewinnerpaare des diesjährigen Tanzwettbewerbs.